Lied der Woche

Mit dem "Lied der Woche" veröffentlichen wir jede Woche ein neues Lied aus unserer Reihe "Der ganze Hugo Wolf" auf unseren Plattformen (YouTube, Facebook) sowie auf unserer Webseite www.ihwa.de. Ergänzt wird der musikalisch-visuelle Genuss um Informationen rund um dieses Lied von Hugo Wolf, sodass hier nach und nach eine umfassende und informative Mediathek der Lieder unseres Namenspatrons entsteht. Wir wünschen viel Freude damit!

(Alle "Lieder der Woche" wandern auch in unsere Mediathek und können HIER gerne immer wieder angeschaut werden!)

LIED DER WOCHE 70

Selbstgeständnis

Jochenn Kupfer (Bariton)
Marcelo Amaral (Klavier)

Das Video entstand im Rahmen der Reihe "Der ganze Hugo Wolf" am 14. November 2018 im Mozart-Saal/Liederhalle Stuttgart (Der ganze Hugo Wolf VIII)

LIEDTEXT:
Ich bin meiner Mutter einzig Kind,
Und weil die andern ausblieben sind,
Was weiß ich wieviel, die sechs oder sieben,
Ist eben alles an mir hängen blieben;
Ich hab’ müssen die Liebe, die Treue, die Güte
Für ein ganz halb Dutzend allein aufessen,
Ich will’s mein Lebtag nicht vergessen.
Es hätte mir aber noch wohl mögen frommen,
Hätt’ ich nur auch Schläg’ für Sechse bekommen.

TEXTDICHTER: Eduard Mörike (1804–1875)

KOMPOSITIONSJAHR: 1888

INFOTEXT von Susan Youens (deutsche Übersetzung: HWA):
"Selbstgeständnis" ist ein ironisches Stück psychologischer Innenschau, in dem ein verwöhntes Einzelkind, das nun erwachsen ist, über die Liebe der ins Kind vernarrten Mutter nachdenkt und über die Schläge, die es nie bekam – die aber womöglich seinen Charakter verbessert hätten. Eine fröhliche, angemessen selbstzufriedene Übung in Pseudo-Volkslied vermischt sich mit Wagnerscher Chromatik; auffallend ist hier vor allem die steigende chromatische Basslinie in der Mitte des Klavierzwischenspiels.


"Selbstgeständnis" is a wry bit of psychological insight in which a spoiled only child, now an adult, reflects on the doting mother's love he received and the beatings he didn't–but the latter might have improved his character. A merry, suitably self-satisfied exercise in pseudo-folksong is tempered by Wagnerian chromaticism; one notices in particular the rising chromatic bass line in the piano's interlude midway.

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