Lied der Woche

LIED DER WOCHE 7

Mit dem "Lied der Woche" veröffentlichen wir jede Woche ein neues Lied aus unserer Reihe "Der ganze Hugo Wolf" auf unseren Plattformen (Youtube, Facebook) sowie auf unserer Webseite www.ihwa.de. Ergänzt wird der musikalisch-visuelle Genuss um Informationen rund um dieses Lied von Hugo Wolf, sodass hier nach und nach eine umfassende und informative Mediathek der Lieder unseres Namenspatrons entsteht. Wir wünschen viel Freude damit!

Das Video entstand im Rahmen der Reihe "Der ganze Hugo Wolf" am 14. April 2018 im Hospitalhof Stuttgart (Der ganze Hugo Wolf VI).

LIEDTEXT
Du bist wie eine Blume
So hold und schön und rein;
Ich schau’ dich an, und Wehmut
Schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
Aufs Haupt dir legen sollt’,
Betend, dass Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

TEXTDICHTER: Heinrich Heine (1797–1856)

KOMPOSITIONSJAHR: 1876

INFOTEXT von Susan Youens (deutsche Übersetzung: Bertram Kottmann):
In den 1870er Jahren war Heines berühmtes Gedicht "Du bist wie eine Blume" eine Stacheldrahtfalle für die Unbedachten, ein Text, den viele Komponisten besetzten, am bekanntesten der Ansatz von Schumann in seinem Zyklus "Myrthen" Op. 25, Nr. 24. Laut einer Anekdote seines Freundes Edmund Hellmer, dem Bildhauer von Wolfs vorzüglichem Grabdenkmal auf dem Wiener Zentralfriedhof, mag Wolf sein eingehendes Studium von Schumanns Liedern benutzt haben, um eine gute Textdeklamation zu lernen; später entwickelte er dann seine eigenen Methoden, Gesangsstimmen zu komponieren, die anders als Schumanns waren, aber in den Jahren 1876/77 war Schumann das auserkorene Vorbild des Autodidakten. Hier imitiert Wolf Schumanns non legato-Folge von Akkordharmonien in der Klavierstimme und kopiert Länge und formale Gestaltung des früheren Mini-Meisterwerks. Aber Wolfs Harmonien sind zu Beginn – mit ätherischer Wirkung – im Diskantregister über der Stimme, und die dunkle Schattenseite des pseudosakralen Gebets kommt bei Wolf stärker zum Ausdruck als bei Schumann.

By the 1870s, Heine’s famous poem "Du bist wie eine Blume" was a barbed-wire trap for the unwary, a text colonized by many composers, most famously by Schumann in his cycle "Myrthen" Op. 25, no. 24. According to an anecdote in his friend Edmund Hellmer’s (the sculptor of Wolf’s exquisite tomb monument in Vienna’s Zentralfriedhof) Hugo Wolf, Erlebtes und Erlauschtes of 1921, Wolf may have used his close study of Schumann’s songs in order to learn good text declamation; he would later devise his own methods of declamatory vocal writing constituted differently from Schumann’s but in 1876-77, Schumann was this auodidact’s chosen model. Here, Wolf apes Schumann’s non-legato succession of chordal harmonies in the piano and duplicates the length and formal design of the earlier mini-masterpiece. But Wolf’s harmonies are in the treble register, above the voice (an ethereal effect) at the beginning, and the dark underside of the mock-papal prayer comes out more strongly in Wolf than in Schumann.

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